Vom 16. bis 19. April fand die 72. Generalversammlung des CIC (Conseil International de la Chasse et de la Conservation du Gibier) in Wien statt. Insgesamt 700 Teilnehmer aus 42 Nationen nahmen teil – die höchste Teilnehmerzahl seit Bestehen des CIC. Das CIC wurde 1928 in Paris als politisch unabhängiges, gemeinnütziges Beratungsorgan mit dem Ziel der Erhaltung des Wildes durch die Förderung der nachhaltigen Nutzung der Natur gegründet.

Nach der Eröffnung mit traditioneller Fahnenzeromonie am Freitag wurde, während 2 Tagen in verschiedenen Foren wissenschaftliche Erkenntnisse und Beispiele von Wildtiermanagement in Spanien, Osterreich und in den USA sowie über die Auswirkung des Klimawandels auf die Natur und Lebensräume der Wildtiere vorgestellt und diskutiert. Spezielle Fragen, insbesondere über die Hasen-Myxomatose und den Fortbestand des Gamswildes in den Alpen, wurden in vertiefenden Foren aus der Perspektive der Wissenschaft und Praxis erörtert. Viele Redner befassten sich zudem mit dem öffentlichen Verständnis der Jagd in unseren Zeiten, unterstrichen den erheblichen Wandel hin zu einer Distanz und Unverständnis breiter Bevölkerungsschichten mit der Jagd in nahezu allen Ländern der westlichen Welt und riefen uns Jäger dazu auf, uns der Diskussion zu stellen und unser ehrenamtliches Engagement sowie unsere Kompetenz zu Sicherstellung der Biodiversität in einer sich fortentwickelnden Kulturlandschaft selbstbewusst öffentlich zu vertreten.
Vor diesem Hintergrund war der gemeinsame Fußmarsch, der “March for Conservation”, unter Begleitung der Marschkapelle Original Hoch- und Deutschmeister zum Stefansdom, wo eine Hubertusmesse für die CIC Mitglieder stattfand, eine eindrucksvolle Demonstration, die von der Wiener Bevölkerung neugierig aufgenommen wurde. Bischof Alois Schwarz, selbst Jäger, legte die Jagd in den Kontext der Schöpfung und rief uns zu den zentralen Haltungen auf
- – Ehrfurcht vor dem Leben
- – das rechte Maß zu halten
- – Gemeinsinn über alle Grenzen hinweg zu sichern.
Ein Empfang im Palais Liechtenstein und der abschließende Gala-Abend gaben gute Möglichkeiten, neue Freundschaften zu schließen und alte Bekannte wieder zu treffen.
Die Mitgliederversammlung trat zusammen, um den scheidenden Präsidenten Dr. Philipp Harmer zu ehren und ihn zum Ehrenpräsidenten des CIC zu ernennen. Luis de la Peña, bislang Vize-Präsident und langjähriges CIC Mitglied, wurde zum neuen Präsidenten des CIC gewählt.
Insgesamt eine eindrucksvolle Veranstaltung, die die wichtige Bedeutung der Jagd für unsere Natur und die Gesellschaft unterstrich. Die nächste Generalversammlung findet 2027 in Hamburg statt, auf die ich mich wieder sehr freue.