Ehrenamtliche Wolfsberaterin für den Hochtaunuskreis aus unserem Verein

Im Sommer vergangenen Jahres hat der Landesjagdverband e.V. die Zusammenarbeit mit dem Wolfszentrum Hessen (Hessenforst) gestärkt und ehrenamtliche Wolfsberater aus den Reihen der Jägerschaft ausbilden lassen. Die Ausbildung umfasste eine ganztägige Präsenz- und weitere Onlineschulungen. Die verstärkte Mitwirkung der Jägerschaft als Ehrenamtliche beim Wolfsmonitoring soll verhindern, dass das Monitoring als einseitig wahrgenommen wird; sie soll die Transparenz erhöhen und Vertrauen bei verschiedenen Interessensgruppen stärken.

Warum ist das Wolfsmonitoring wichtig? Die Mithilfe der gesamten Jägerschaft beim Monitoring kann dazu beitragen, dass sich Qualität und Verlässlichkeit der Datenlage erhöhen, schließlich sind Jäger regelmäßig in den Revieren unterwegs, beobachten ihre Wildbestände und haben größtenteils Wildkameras aufgestellt. Sie entdecken Wildtierrisse und andere Hinweise früher als andere und können diese Hinweise damit schneller und verlässlicher melden. Auf Basis dieser Datenlage werden Managementmaßnahmen beschlossen und politische Entscheidungen getroffen. Außerdem beeinflusst sie die öffentliche Kommunikation. Ohne belastbare Daten kann keine verlässliche Bestandsbewertung erfolgen. Beim Thema Wolf & Managementmaßnahmen durch Jäger wird rechtlich entscheidend sein, dass ein günstiger Erhaltungszustand festgestellt wird.

Aus unserem Verein hat sich Susan Sawallisch auf den Aufruf des LJV gemeldet und leistet nun ihren Beitrag zur Dokumentation von Wolfshinweisen sowie zur professionellen Begutachtung von Nutz- und Wildtierrissen. Zu ihren Aufgaben zählen

  • Dokumentation von Nutztierschäden
  • Dokumentation von Wildtierrissen
  • Dokumentation von weiteren Wolfshinweisen wie Protokollierung und das Sichern von Haaren, Kot, Spuren mit dem Verdacht auf Wolf, Eintragen in ein Onlinemeldesystem, Probenversand, das Sichern toter Wölfe und das Verbringen an die zust. Stelle
  • Verifizierung von Aufnahmen

Wir möchten unsere Mitglieder ermutigen, bei Wolfshinweisen Kontakt aufzunehmen (📞0176 62759877) und abzuklären, ob und wie die Hinweise dokumentiert und gemeldet werden können. Auch bei Fragen rund um den Wolf steht sie gern zur Verfügung. Auf unserem WhatsApp-Kanal werden wir zudem regelmäßig Infos von ihr teilen.

Wir haben sie nach ihrer Motivation für ihr Engagement gefragt:

„Ich habe das Angebot des LJV gesehen und mich direkt angesprochen gefühlt. Der Wolf interessiert mich bereits seit meiner Jugend noch bevor die ersten freilebenden Wolfswelpen im Jahr 2002 in Sachsen geboren wurden. Damals kam ich durch Hundeerziehung und Hundesport auf den Wolf, weil ich mich mit seinen Verhaltens- und Lebensweisen als Vorfahre unserer Hunde beschäftigt habe. Heute ist der Wolf für mich aus der Perspektive der Jägerin eine weitere Wildtierart, wenn auch immer noch eine für mich besonders interessante. Als Wolfsberaterin möchte ich vorrangig neutral sein und Daten sammeln, ohne sie zu bewerten. Das bedeutet nicht, dass ich keine Meinung zum Thema Wolf habe oder unkritisch bin. Ich zähle mich weder zu den sog. „Wolfskuschlern“ noch zu den sog. „Wolfsgegnern“. Man darf also gern auch mal mit mir über das Thema streiten und diskutieren und vielleicht lernen wir alle weiter dazu, wenn wir im Austausch bleiben.“

ct

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